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Das große Portal zur Bekämpfung von Trauermücken

Fettkraut gegen Trauermücken

Das im Jahre 1479 erstmals, unter dem Namen „Smalz chrawt“, erwähnte Fettkraut wird heute zur Bekämpfung von unterschiedlichen kleinen Insekten eingesetzt.


Die ersten Pflanzen, die offiziell beschrieben wurden, waren Pinguicula alpina, Pinguicula vulgaris, Pinguicula lusitanica sowie Pinguicula villosa. Die Erstbeschreibung erfolgte von Carl von Linné im Jahre 1753. Charles Darwin führte zu einem späteren Zeitpunkt eine genauere Untersuchung an der Fettpflanze durch und machte die Entdeckung der Karnivorie. Heute kennt man etwa 80 Arten der Fettpflanze und es werden stetig neue Pflanzen entdeckt.

Fettkraut wird auch Fettpflanze genannt und ist auf der gesamten Nordhalbkugel heimisch

Man findet die Fettpflanzen in zahlreichen Teilen der Erde: Fettpflanzen gibt es in Südamerika, im äußersten Nordwesten von Afrika und auf der gesamten Nordhalbkugel. Man geht davon aus, dass das Ursprungsland der Fettpflanze, die auch Pinguicula genannt wird, Mittelamerika ist.

Es kommen einige Arten vor, die die alkalischen Böden mögen. Daher findet man Arten der Pinguicula auf Kalksteinböden und nackten Felsböden.

Fettkraut

Fettkraut

Das Fettkraut lässt sich in zwei Hauptarten unterteilen

Einerseits kennt man die tropischen Arten und andererseits gibt es die temperierten Arten.

Die tropischen Arten werden nochmals in zwei Untergruppen eingeteilt. Der tropisch heterophylle Wuchstyp zeigt sich bei einer Trockenzeit mit einer Ruhephase.

Der tropisch homophylle Wuchstyp hingegen präsentiert sich ohne Ruhephase. Zum tropisch heterophyllen Wuchstyp gehören beispielsweise die Pinguicula acuminata, die Pinguicula gypsicola, die Pinguicula caudata und die Pinguicula moranensis. Dem tropisch homophyllen Wuchstyp angehörig, sind die Pinguicula emarginata, die Pinguicula filifolia und die Pinguicula pumila.

Bei den temperierten Arten kennt man die temperiert homophyllen Arten, die sich mit einer Blattform zeigt: Hierzu gehören die Pinguicula lutea und die Pinguicula lusitanica. Unterschiedliche Blattformen findet man hingegen bei den temperiert heterophylle Arten, wie beispielsweise bei der Pinguicula alpina, der Pinguicula grandifolora oder der Pinguicula vulgaris. Hier spricht man von Frühjahrs- und Sommerblättern.

Die temperierten Arten der Fettpflanzen sind in gemäßigten Zonen zu finden und bilden Winterknospen, sogenannte Hibernakel. Die tropischen Arten hingegen kennen keine Kälteperioden.

Das Aussehen der Fettpflanze (heterophylle Pflanze)

Die Pflanzen präsentieren sich mit einer hellgrünen bis dunkelgrünen Blattrosette. Im Sommer, wenn sie mehr Licht ausgesetzt sind, zeigen sich manche Arten mit roten Blatträndern, andere wiederum bekommen rote Blätter.

Auf der Blattoberseite befinden sich kurz gestielte Tentakel, welche süßen Klebstoff absondern sowie Drüsen, sogenannte Verdauungsdrüsen. Die Fangflüssigkeit glitzert im Sonnenlicht und setzt sich aus zähflüssigen Zuckern zusammen. Dadurch werden die kleinen Insekten angelockt. Fettpflanzen kommen neben der Bekämpfung von Trauermücken auch bei der Bekämpfung von Fruchtfliegen und weißen Fliegen zum Einsatz.

Die Trauermücken werden „verdaut“

Die Fettpflanze bildet das Enzym Amylase und weitere Verdauungsenzyme. Durch diese Enzyme wird die „Beute“ verdaut und in einzelne Nährstoffe, wie beispielsweise Phosphat und Stickstoff, zerlegt. Die Tentakel beteiligen sich nur wenig an der Verdauung, vielmehr sondern sie den süßen Klebstoff ab, der als Fangflüssigkeit dient. Die Drüsen hingegen, die auf der Blattoberfläche platziert sind, dienen ausschließlich der Verdauung und produzieren nach dem Fang der Beute ihre Säfte.

Nachdem die Verdauungssäfte gebildet wurden, bildet sich bei zahlreichen Pflanzen eine kleine Mulde, in der die Beute eingelassen wird. Bei manchen Pflanzen sieht man keinerlei Bewegungsabläufe. Die Pinguicula vulgaris beispielsweise zeigt hingegen eine aktive Bewegung des Fangblattes. Hat sich ein Insekt auf dem Blatt niedergesetzt, rollt sich das Blatt zusammen und hält so das Insekt gefangen.

Kulturbedingungen

Die Kulturbedingungen richten sich ganz nach der Herkunft der Pflanze. Einige Fettpflanzen, die aus Mexiko stammen, bevorzugen ein pH-neutrales Gemisch aus Lehm, Torf und Sand. Zahlreiche andere Arten mögen ein Sand-Torf-Gemisch. Da die Fettpflanze, beziehungsweise deren Wurzeln, schnell zu Fäulnis neigen, sollte darauf geachtet werden, dass der Boden nur mäßig befeuchtet wird. Gerade bei der mexikanischen Pinguicula ist Trockenhalten extrem wichtig, gerade in der Zeit, in der die Pflanze eine Winterrosette gebildet hat, die sich als zwiebelähnliches Gebilde präsentiert.

Die europäischen Pflanzen gelten als winterhart und bilden Brutknospen, um den Winter gut zu überstehen. Hier ist es wichtig, die Pflanzen im Freien zu halten. Pflanzen aus Nordamerika brauchen sehr viel frische Luft und gedeihen im Terrarium nur mäßig. Es gibt Pflanzenarten, die kalkiges Substrat mögen, dennoch ist es ratsam, beim Gießen nur kalkarmes Wasser zu benutzen.

Der richtige Stellplatz

Nun noch ein paar Worte bezüglich des Stellplatzes der Fettpflanze. Platzieren Sie Ihre Fettpflanze an einem sonnigen bis leicht schattierten Platz am Fenster. Einige Arten der Fettpflanzen mögen keine pralle Sonne, sondern bevorzugen lieber einen leichten Schattenplatz. Bezüglich der Luftfeuchtigkeit sind 50 Prozent angemessen, damit sich die Fettpflanze wohlfühlen kann.

Bestellmöglichkeiten

Wenn fleischfressende Pflanzen selbst von Trauermücken befallen sein sollten (ja, das gibt es auch), flutet man am besten einfach den gesamten Topf für 24 Stunden. Hier am Beispiel einer Sonnentau-Pflanze. Diesen Vorgang verträgt natürlich nicht jede Pflanze aber hier ist sehr anschauliches Video von Detlef Römisch (im Zeitraffer), was dann auf der Erdoberfläche passiert ist. Mit Fliegenspray auf Chrysanthemen-Basis hat er sämtliche Larven der Trauermücke beseitigt.


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